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Abnehmen und Sport: Schutz vor Entzündungen und Krebs?
Schon mal DA gewesen?
Anti-Diät-Tag: Dicke fordern Ende der Diskriminierung
Eiertanz ums Tanzverbot
Lebensmittelabfall im Haushalt (I): Verschwenderische Großzügigkeit beim Kartoffelschälen
Aigner beschließt Strafsteuer für Lebensmittelverschwender
Lebensmittel: Verschwendung im Mangel
Teller statt Tonne: Wie man Reste verwertet
Lebensmittel im Müll: Verbraucher sind die größten Verschwender
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Freitag, 11. Mai 2012
Gab der Alkohol diesem Leben Sinn?
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Todesanzeigen sind (noch) nicht meine bevorzugte Lektüre. Diese hier (Namen und Daten geändert) im regionalen Wochenblatt verschaffte mir einen Moment des Innehaltens:
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Am 05. Mai verstarb im frühen Alter von 56 Jahren
Hans Mustermann
Mitarbeiter der Stadtverwaltung
Alias „Köpi“.
Wir haben einen lieben Mitmenschen und Thekenfreund verloren.
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Unterzeichnet ist die Anzeige von 2 Frauen und 20 Männern, darunter der Ex-Bürgermeister und diverse Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Nach langem Grübeln (finstere Phantasien über den  Zustand deutscher Kommunalverwaltungen, philosophische Gedanken zum Zusammenhang von Alkohol und Lebenssinn) lässt sich mein Resümee in einem Satz zusammenfassen : „Wohl bekomms!“
Mittwoch, 9. Mai 2012
Abnehmen und Sport: Schutz vor Entzündungen und Krebs?
Dass mit der Diskriminierung Dicker Schluss sein sollte, ist eine Sache. Dass Übergewichtige gut dran tun, an dem im wahrsten Sinn des Wortes schwerwiegenden Thema zu arbeiten, ist eine andere. Schließlich liefert die Wissenschaft weltweit fast täglich Ergebnisse, die auf gesundheitliche Nachteile des Übergewichts hinweisen – so auch gestern das Deutsche Krebsforschungsinstitut (DKFZ) mit der Meldung, dass Übergewicht krebsfördernde Entzüngungen fördert und Gewichtsabnahme Entzündungsprozesse bremsen kann. Interessant ist dabei, dass offensichtlich schon eine geringe Gewichtsabnahme viel hilft. Das ist auch ein Hinweis darauf, dass sich Dicke nicht auf Modelmaße herunter hungern müssen, um gesundheitlich zu profitieren. Gemeinsam mit amerikanischen Kollegen untersuchte Cornelia Ulrich aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum und dem NCT Heidelberg an übergewichtigen Frauen, ob sich die Entzündungswerte durch Sport und/oder Kalorienreduktion reduzieren lassen. Beide Lebensstilveränderungen waren hochwirksam: Kalorienreduktion allein oder in Kombination mit Sport senkte die Entzündungsparameter um mehr als ein Drittel und damit in vergleichbarem Umfang wie entzündungshemmende Medikamente. Gewichtsabnahme kann daher als wirkungsvoller Beitrag zur Krebsprävention angesehen werden.
 Zusammenfasend stellt Cornelia Ulrich in der Pressemeldung des DKfZ fest: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Übergewichtige mit einer Lebensstilveränderung viel Gutes für sich tun und ihr Krebsrisiko senken können. … Eine Reduktion der CRP-Werte um rund 40 % oder bei den Frauen, die erheblich Gewicht abgenommen haben, sogar um die Hälfte, lässt sich sonst nur mit Medikamenten erreichen. Und diese Medikamente haben Nebenwirkungen, die eine gesunde, fettarme Ernährung und Sport nicht haben. Unser Ergebnis beweist, dass sich bereits verhältnismäßig moderate Abnehmerfolge von 5 bis 10 Prozent des Körpergewichts drastisch auf krebsfördernde Faktoren im Körper auswirken.“ Â
Quelle:  Dr. Stefanie Seltmann, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Deutsches Krebsforschungszentrum, D-69120 Heidelberg,
T: +49 6221 42 2854, presse@dkfz.de, http://www.dkfz.de
Dienstag, 8. Mai 2012
Schon mal DA gewesen?
„Selbst-ständig (als) DA“ – das ist der Titel eines neuen Blogs, der vor allem Ernährungsfachkräften viele interessante und aktuelle Informationen bringt. Autorin ist Susanne Hagedorn, staatlich anerkannte Diätassistentin aus Reken – und eine der wenigen ihres Berufsstandes, die die Bedeutung von Internet und Social Media als Medium der Ernährungskommunikation in vollem Ausmaß erkannt haben: Susanne Hagedorn ist bei allen gängigen Plattformen des Social media - Xing, Facebook,  und Google+ - aktiv und gehört zu der Handvoll Ernährungsberater, die twittern.  Über ihre Website und ihre Blogs ist sie bestens vernetzt mit der Bloggerszene im Ernährungsbereich. Auf DA berichtet sie nun aus ihrem Arbeitsalltag als selbständige Diätassistentin. Als Zielgruppe sieht sie alle Ernährungsfachkräfte, die selbstständig in der Beratung tätig sind. Den Titel ihres Blogs hätte sie vielleicht etwas geschmeidiger wählen können, denn der ist suchmaschinentechnisch nicht gerade dazu angetan, den Blog weit oben unter Ernährungsblogs zu verorten. Deswegen braucht sie umso mehr Links und Empfehlungen, und die kriegt sie hier von mir: ein lesenswerter Blog für alle, die etwas speziellere Informationen rund um die Ernährung suchen. Ihnen, liebe Susanne Hagedorn, wünsche ich viel Erfolg damit.
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Sonntag, 6. Mai 2012
Anti-Diät-Tag: Dicke fordern Ende der Diskriminierung
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Große Aufmerksamkeit hat er nicht erregt, der heutige Anti-Diät-Tag. Ins Leben gerufen wurde er 1992 von der britischen Autorin Mary Evans Young – einer Feministin, die selbst an Magersucht litt. Während es ihr darum ging, die Sinnlosigkeit und Gefährlichkeit von Abmagerungskuren bis hin zum Auftreten lebensgefährlicher Essstörungen anzuprangern, bemächtigen sich inzwischen die Dicken des denkwürdigen Tages. Sie rufen dem schlanken Rest der Welt zu: „Lasst uns Dicke endlich mit Euren Schuldzuweisungen und Verurteilungen in Frieden!“ In diesem Zusammenhang warfen der Verein „Dicke e.V.“ und die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung (GgG) der Bundesregierung im Vorfeld des Anti-Diät-Tages eine massive Diskriminierung übergewichtiger Menschen vor – z. B. durch Schikanierung und Benachteiligung Adipöser im Rahmen der Verbeamtung.
Unterstützung fanden die Dicken bei der Vizepräsidentin der Deutschen Adipositas Gesellschaft, Prof. Martina de Zwaan, nach deren Ansicht Menschen mit Gewichtsproblemen nicht nur diskriminiert, sondern zudem gesellschaftlich stigmatisiert werden: Als Ursache für das Übergewicht werde ungenügende Willensstärke unterstellt. Das löse bei Übergewichtigen schwere Schuldgefühle aus, die in Depressionen, Hoffnungslosigkeit und Resignation münden könnten. In einem Interview mit der taz stellt die Ernährungssoziologin Prof. Eva Barlösius fest: „Essen ist heute das Lebensgebiet, auf dem die strengsten Standards, die stärksten Normierungen gesetzt werden.“ Für sie geht das mit einer nie dagewesenen „Moralisierung“ des Essens einher: „Wir haben Interviews gemacht mit sechs-, siebenjährigen Kindern, die schon präsent haben, dass, wenn sie Süßigkeiten essen, dies eine Form der Sünde sei. Die erklären uns, man sollte eigentlich Obst, Gemüse und Schwarzbrot essen. Die Kinder lernen, das Essen nicht mehr als etwas Selbstverständliches und Natürliches zu begreifen, sondern als etwas, über das ich permanent zu reflektieren habe. Wir wissen aus Studien, dass junge Frauen sagen, wenn sie ihren Körper kontrollieren, dann hätten sie das Gefühl, auch ihr Leben im Griff zu haben. Bei uns zählt inzwischen die Kontrolle über den Körper beinahe mehr als alles andere.“
In Berlin hatte der Verein „Dicke e.V.“ zusammen mit den Teilnehmern des Europäischen Workshops "Body&Peace" dazu aufgerufen, auf die Strasse zu gehen. Das Häuflein unverzagter Dicker, das sich schließlich heute auf dem Alexanderplatz mit ein paar Plakaten versammelte, um Passanten und Medien zum Thema aufzuklären, schaffte es trotz der unverkennbaren Leibesfülle der Teilnehmer kaum, ein größeres öffentliches Interesse auf sich zu lenken. Für die TV-Nachrichten hatte die Aktion wohl auch nicht Gewicht genug. Schade eigentlich - das Anliegen der Dicken hätte tatsächlich mehr Aufmerksamkeit verdient: Denn die offensichtlich immer noch verbreitete Meinung, dass Dicke willensschwache Fresssäcke sind, ist tatsächlich Diskriminierung. Sie entspricht weder den tatsächlichen Ursachen noch trägt sie im Geringsten dazu bei, den Betroffenen zu helfen. Empathie und Verständnis wären stattdessen die wichtigsten Voraussetzungen dafür, Dicke auf dem Weg zum Wohlfühlgewicht zu unterstützen. Â
Freitag, 6. April 2012
Eiertanz ums Tanzverbot
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Wieder einmal drängt es den Menschen im Ernährungsexperten zum Schreiben: Was mag ein chinesischer Bürgerrechtler denken, wenn er hört, dass Deutsche auf die Straße gehen, um gegen das Tanzverbot am Karfreitag zu protestieren? Wie mag sich ein syrischer Widerstandskämpfer oder ein Palästinenser im abgeriegelten Westjordanland angesichts solcher Luxusprobleme fühlen? Was müssen all die Menschen, für die weltweit heute die Erlösung von dem Bösen noch in weiter Ferne ist, über Linke, Piraten und Grüne denken, die in Deutschland für die Abschaffung des Tanzverbotes vor die Gerichte ziehen. Nein - der Eiertanz um das Tanzverbot ist kein Aprilscherz, und man fragt sich, wieviel Selbstverliebtheit es braucht, um sich an einem solchen Tanz ums goldene Kalb zu beteiligen.
Ach so – es geht eigentlich gar nicht um Egotrip und noch mehr Spaßgesellschaft, sondern um die Trennung von Staat und Kirche und den Grundwert der Freiheit. "Wann wir tanzen, ist doch unsere Sache", schreibt die Piratin Mirjam Dargatz bei faz.net und verurteilt, dass: „im Falle des Tanzverbotes die Interessen der Christen, die ihren Feiertag nach religiösen Regeln feiern wollen, den Interessen der anderen Interessengruppe vorgezogen werden.“ Man darf gespannt sein, ob die Gegner des Tanzverbots so konsequent sind, z. B. künftig an allen kirchlichen Feiertage brav zur Arbeit zu gehen. In Köln lädt der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten unter dem Motto „Heidenspaß statt Höllenqual“ zum Feiern ein. All denen, die heute mit dieser Parole losziehen, wünsche ich „Besinnung statt Verwirrung“. Frohe Ostern
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Mittwoch, 4. April 2012
Lebensmittelabfall im Haushalt (I): Verschwenderische Großzügigkeit beim Kartoffelschälen
Vergessen wir die Strafsteuer auf Lebensmittelmüll - der 1. April ist schließlich vorbei. Lebensmittelverschwendung bleibt trotzdem ein Thema: "Nur 60 Prozent der Kartoffeln landen im Laden“, das behauptete dieser Tage der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Europaparlament, Martin Häusling. „Der Rest bleibt auf dem Acker oder verschwindet in der Biogasanlage.“  Oder verschwindet ein großer Teil der Kartoffeln vielleicht doch viel eher in den Mülltonnen der Verbraucher?
Neulich beim Kochen mit Freunden: Geplant sind Salzkartöffelchen als klassische Beilage zum leckeren Fisch. S. schält die Bio-Kartoffeln mit sechs Schnitten: Vier an den Seiten, Käppchen oben ab und Käppchen unten ab. Hier noch ein Schnipsel und dort ein Schnapsel - fertig ist der Schälprozess. Noch ein Schnitt längs und einer quer – sonst braucht das Kartöffelchen nichts mehr. Die zentimeterdicken Schalen landen im Biomüll. ‚Großzügig schälen‘ nennt sie das. „Alles andere dauert viel zu lang.“ Zudem, meint sie, kommt man mit dem Sparschäler gar nicht an die tiefen kleinen ‚Dreckstellen‘ ran. Von der Kartoffel ist nach der Aktion noch gut die Hälfte da. Auch das ist Lebensmittelverschwendung im Haushalt – oder? OK – man will sich ja nicht mit anstrengenden Diskussionen den Spaß am gemeinsamen Essen verderben.
Ich denke kurz an die Erzählungen meiner Großmutter über die ‚schlechten‘ Zeiten. Da wurde noch die letzte Kartoffelschale ausgekocht, um dem heißen Wasser mangels anderer Zutaten wenigstens einen Hauch von Geschmack nach Suppe zu geben. Abfall bei der Verarbeitung von Kartoffeln im Haushalt damals 0 Prozent - gegenüber 40 bis 50 Prozent in manchem modernen Haushalt. So ändern sich die Zeiten.
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