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Was ist gutes Brot?
Der leckerste Rhabarberkuchen der Welt
Nestlé: Speist die Armen in der Krise und nährt sich gut davon
Uups: Cocain–Cola von Red Bull
Esskultur: Big Mac – aber bitte mit Messer und Gabel
Von der Fleischeslust der Deutschen
Gent – Hauptstadt der Vegetarier?
TUIfly: Dort wirst Du abgezockt
Gent: Belgische Stadt führt fleischlosen Tag ein
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Dienstag, 16. Juni 2009
Paul McCartney, Horst Seehofer und die Fleischeslust
Horst Seehofer hat gegenüber der Financial Times Deutschland bekundet, er wolle die CSU ökologischer ausrichten: „Die CSU soll so grün wie möglich werden.“ Als Volkspartei müsse sie auf die Veränderungen in der Gesellschaft reagieren. Ob er dabei wohl selbst bereit ist, sein persönliches Verhalten zu ändern? Man weiß von ihm, dass er kein Kostverächter ist. Für eine persönliche Umstellung auf eine klimafreundliche Ernährung ohne Schweinshaxen, Fast Food und Weißwurscht soll es bei ihm noch keine Anzeichen geben.
Da ist mir Paul Mc Cartney schon lieber. Vor allem ist er glaubwürdiger. McCartney hat jetzt - kurz vor seinem 67. Geburtstag - die Bürger der Wohlstandswelt zu einem Meat free Monday - einem fleischfreien Montag aufgerufen "Wird der Fleischverzehr nur um einen Tag in der Woche reduziert, würde die Erde schon ernsthaft davon profitieren", sagte der Musiker. Die Forschung habe belegt, dass ein geringerer Fleischkonsum auch den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen durch den weltweiten Viehbestand verringere. Leben ohne Fleisch ist für ihn nicht nur eine Ernährungsform, die er selbst seit Jahren praktiziert, sondern auch eine politische Überzeugung, für die er seit Jahren kämpft. Dass seine soft Songs oft „weder Fisch noch Fleisch“ sind, passt ja ganz gut dazu.
Ob sich Seehofer im Rahmen des neuen weichgespülten Ökopopulismus der Forderung nach einem „Meat free Monday“ anschließen wird, ist zu bezweifeln. Denn die neue grüne Welle dürfte spätestens dort verebben, wo sie den Interessen der bayrischen Milchviehhalter und Schweinezüchter zuwiderläuft.
Sonntag, 14. Juni 2009
Was ist gutes Brot?
Die Hofpfisterei weiß es!
Wann haben Sie zum letzten Mal ein richtig gutes Brot gekauft und gegessen? Ein Königreich für ein Brot, das schmeckt, naturbelassen ist und nicht nach ein paar Tagen schimmelt. Na ja, vielleicht kein Königreich. Aber einen Euro mehr würde ich schon dafür bezahlen. Glückliches München. Am Wochenende hatte ich die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Friedbert Förster. Der Oecotrophologe kümmert sich in der Münchner Hofpfisterei unter anderem um die Qualität der wunderbaren Brote. Wie die riechen und schmecken! Das weckt Erinnerungen an Kindheitstage auf dem Land und den immer mehlbestaubten Bäcker in den Pepitahosen und weißen Bäckerhemden, bei dem ich das natursaure „Schwarzbrot“ einkaufen durfte, das bei uns täglich auf den Tisch kam. Â

Mühleib: Was ist ein gutes Brot?
Förster:  Die Verbraucher wollen seit jeher möglichst naturbelassene Lebensmittel. Schon 1970  hat die Hofpfisterei ihre Kunden zum ersten Mal die Frage gestellt: Wie sieht ein ideales Brot aus?
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Dienstag, 9. Juni 2009
Der leckerste Rhabarberkuchen der Welt
Die Rhabarberzeit ist fast vorbei – da wird es höchste Zeit, schnell noch den leckersten Rhabarberkuchen der Welt vorzustellen. Unsere Rhabarber-Staude war in diesem Jahr so produktiv, dass ich seit Ende April bis jetzt jedes Wochenende genug schöne dicke Stängel für einen neuen Kuchen ernten konnte, ohne dass der riesige Strauch Ermüdungserscheinungen gezeigt hätte.

 Ich pflücke die Stangen und unsere Mitarbeiterin Helma backt den Kuchen nach folgendem Rezept:
Zutaten für ein großes Blech / 16 Stücke
500g Rhabarber, 125g Butter oder Margarine, 225g Zucker, 1 Päckchen Vanillin-Zucker, abgeriebene Schale von 1 unbehandelten Zitrone, 1 Prise Salz, 2 Eier, 150g Mehl, 1 gehäufter TL Backpulver, 50g Speisestärke, 2 Eiweiß, 1-2 EL Zitronensaft, Mehl und Fett für die Form.

Zubereitung:
1. Rhabarber putzen und in Scheiben schneiden. Fett, 125g Zucker und Vaillin-Zucker mit den Schneebesen des Handrührgerätes cremig rühren. Zitronenschale und Salz zufügen. Eier einzeln unterrühren. Mehl, Backpulver und Stärke mischen und unterrühren.
2. Springform (26cm) fetten, mit Mehl ausstäuben. Teig darin glatt streichen. Rhabarber darauf verteilen. Im vorgeheizten Bckofen (E-Herd: 175°) ca. 45 Minuten backen.
3. Das Eiweiß nach ca. 25 Minuten Backzeit steif schlagen, 100g Zucker einrieseln lassen. Zitronensaft unterrühren. Die Baissermasse sofort auf den Kuchen streichen, dabei rundherum ca. 2 cm Rand frei lassen. Kuchen fertig backen. Ca. 5 Minuten im ausgeschalteten Ofen ruhen lassen. Herausnehmen und abkühlen lassen. Aus der Form lösen und mit Puderzucker bestäuben.
Zubereitungszeit: ca. 1 ¼ Stunden.

Wohl bekomms empfiehlt: Natürlich kann man diesen wunderbaren Kuchen als Solitär genießen - aber warum verzichten, wenn man den Genuss noch optimieren kann - mit ein paar frischen, kleingeschnittenen und mit etwas Limonensaft beträufelten Erdbeeren, die möglichst schon etwas Saft gezogen haben sollten, einer Kugel Vanilleeis und einem Schlag Sahne obendrauf. Köstlicher geht's nicht.
Dienstag, 26. Mai 2009
Nestlé: Speist die Armen in der Krise und nährt sich gut davon
Die Strategen der Ernährungsindustrie planen jetzt schon für den Fall, über den kein Politiker reden mag: Europa wird ärmer. Bereits heute leben ca. 100 Millionen Europäer im unteren Stockwerk der Einkommenspyramide. Hält die Krise an, müssen viele Menschen auch am Essen sparen. Lebensmittelmultis versuchen schon heute, sich für diese Zeit zu wappnen. Nestlé beispielsweise hat als Antwort auf die vorhersehbare Entwicklung unter dem Titel „Popular Positioned Products“ (PPP) ein Businessmodell entwickelt, für das man auf die jahrzehntelange Erfahrung in Ländern der (früher so genannten) Dritten Welt  zurückgreift. Laurent Freixe, Nestlé Generaldirektor für Europa, äußert sich in einem Interview mit der Lebensmittelzeitung in der vergangenen Woche  freimütig über die Nutzung dieser Erfahrungen zur Versorgung eines verarmenden Europa.
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Montag, 25. Mai 2009
Uups: Cocain–Cola von Red Bull
Warum eine Dose Simply Cola und ein tiefer Atemzug an der Puerta del Sol den ultimativen Kick bringen
(Lesern dieses Beitrages wird diese Begleitmusik empfohlen)
Bei der deutschen Lebensmittelüberwachung herrscht große Aufregung: Chemiker der Behörde haben in der Cola-Variante des österreichischen Energy-Drink-Herstellers Red Bull Spuren von Kokain gefunden. „Simply Cola“ wurde daraufhin in verschiedenen Bundesländern aus dem Verkehr gezogen. Auch in NRW. Schade. Ich dachte schon, ich hätte endlich den Stoff gefunden, der nachtaktive Blogger wach hält. Aber daraus wäre sowieso nichts geworden. Bei den mickrigen 0,4 Mikrogramm Koks pro Liter müsste man das Zeug schon eimerweise trinken, um auch nur ansatzweise high zu werden.
Zu befürchten ist nun, dass dem Simply-Cola Verkehrsentzug nun bald ein Verkehrsverbot für Spanienreisende folgt. Spanische Wissenschaftler haben das Geheimnis der unerträglich guten Laune ihrer Landsleute enträtselt: Die Atmosphäre von Madrid enthält Reste der verschiedensten Drogen – darunter Amphetamine, Opiate, Cannabis, LSD und natürlich KOKAIN. Irgendwie war uns das schon immer unheimlich, diese merkwürdige lässige Lebensfreude der Iberer. Jetzt ist es raus: Sie inhalieren Koks & Co. mit der Atemluft. Die Madrider Luft, Luft, Luft ist etwas ganz besonderes, mit ihrem holden Duft Duft Duft, wo nur selten was verpufft pufft pufft. Ganz klar: Heute hätte Paul Linke keinen Gedanken mehr an Berlin verschwendet, sich an die Puerta del Sol gestellt, tief inhalliert, und seine Liebeserklärung Madrid gewidmet. Denn dort ist die Konzentration von Koks in der Luft höher als die der Autoabgase. Jetzt wo wir wissen, dass die Madrilenos das Kokain rund um die Uhr mit der Atemluft inhalieren, muss sich also endlich keiner mehr darüber wundern, dass die immer so gut drauf sind. Aber dass so viel Lebensfreude nicht mit rechten Dingen zugehen kann, wussten wir ja schon immer.
Leider ist das Inhalieren von Drogen mit deutschem Recht nicht vereinbar. Deswegen ist damit zu rechnen, dass die Gesundheitsministerin demnächst warnt: Reisen nach Spanien schädigt die Gesundheit. Das kann ich aus vielfacher eigener Erfahrung nur bestätigen, nicht nur wegen der Drogen in der Luft, sondern schon wegen der unglaublichen Schlaflosigkeit, die einen dort regelmäßig befällt, porque las noches espanoles nunca terminan. Die deutschen Behörden sollen nach Informationen aus gewöhnlich gut informierten Kreisen bereits ein Reiseverbot diskutieren. Die spanische Luft müsse künftig als verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel eingestuft werden, das ohne Rezept nicht mehr eingeatmet werden darf. Reisende nach Spanien ohne Verordnung müssen ab sofort Atemschutzmasken mit sich führen.  Für die Identifizierung von Koksrückständen in der Atemluft von Spanienheimkehrern sollen die für die Schweinegrippe ausgearbeiteten Notfallpäne auf deutschen Flughäfen zum Einsatz kommen.
Wohl bekomms rät: Packt Simply die Coladosen ein und ab nach Espana.     Â
Sonntag, 24. Mai 2009
Esskultur: Big Mac – aber bitte mit Messer und Gabel
Oder: Warum der Kölner Altrocker Jürgen Zeltinger Burger nicht mit Fingern isst
Der Kölner Altrocker Jürgen Zeltinger (Spitzname: „Die Plaat“) macht seinem Ruf als „Asi mit Niwoh“ im Welt-am-Sonntag Interview zu seinem 60. Geburtstag alle Ehre. Standesgemäß fand das Gespräch mit dem Punk- und Rock-Dinosaurier auf seinen Wunsch hin in einer Mc Donald’s Filiale an der Venloer Straße in Köln statt. Hier ein Auszug, in dem das kölsche Original dezidiert zu Ernährungsfragen Stellung nimmt:
WamS: Sie sind der einzige hier, der seinen Royal TS mit Messer und Gabel isstÂ
Zeltinger: Ich finde es unästhetisch, wenn ich so ein Riesending hier in der Fresse habe.   Â
WamS: Sie halten Ihr Kampfgewicht? Â
Zeltinger: Ach ja, ich hätte auch lieber, wenn es etwas tiefer läge. Aber ich glaube nicht mehr daran.  Â
WamS: Wie viele Kilo sind es?                                                                                                                      Â
Zeltinger: 150, aber schon jahrelang. Ich habe mehrmals versucht, abzunehmen, aber in meinem Alter ist abnehmen wahnsinnig schwierig. Das schlägt auf den Kreislauf, und anschließend siehst du aus wie der Tod. Ich bin jetzt hunderttausend Jahre mit dem Gewicht rumgelaufen, dann kann ich das den Rest der Zeit auch noch machen.
Wohl bekomms meint: Zeltinger ist ein Mann, der seinen Vorsätzen immer treu geblieben ist. Seit dem Titel „Nie Diät“ aus dem Jahre 1981 („Liewer ne dicke Buuch vum Fresse als ne Buckel vum Arbete“) hat er kontinuierlich zugelegt. Im übrigen gilt für den Kölner an sich: Et hätt noh immer jot jejange und wenn nit, dann kütt et eh wie et kütt. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag.
Das komplette Interview ist nachzulesen unter welt.de/Zeltinger
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