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Sonntag, 7. Februar 2010
Julia Klöckner: Staatssekretärin fordert Recht auf falsche Ernährung
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„Jeder hat das Recht, sich absolut falsch zu ernähren“Â
Julia Klöckner, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesernährungsministerium, beim Neujahrsempfang des BLL (Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde), zitiert in der  Lebensmittel Zeitung vom 5. Februar.
Ob sich Frau Klöckner wirklich genau überlegt hat, was sie mit diesem Satz sagt? Im Lichte einer solchen Aussage betrachtet sind z.B. die Ziele eines Nationalen Aktionsplans Ernährung und Bewegung - vor kaum zwei Jahren verabschiedet von ihrem Ministerium - nur noch Makulatur. Frau Klöckner wirft mit diesem Satz aber nicht nur politische Ziele ihres eigenen Hauses über den Haufen. Auch die Gesundheitspolitik dürfte über diese Forderung nicht glücklich sein: Wer das Recht hat, sich absolut falsch zu ernähren, den sollte man logischerweise nicht mit Prävention belästigen. Denkt man die Idee konsequent weiter, dann müsste das Rauchverbot bald wieder fallen. Wem man das Recht auf die absolut falsche Lebensweise einräumt, dem kann man schließlich auch Alkoholmissbrauch bis hin zum Komasaufen kaum verwehren.
Da kann man sogar bezweifeln, ob sich all die über den Satz gefreut haben, denen er wohl besonders gefallen sollte: Unter der Unternehmerelite der Ernährungsindustrie, die auf dem Empfang des BLL versammelt war, dürften nicht wenige von denen gewesen sein, die sich verstärkt darum bemühen, eine richtige Ernährung der Verbraucher mit ihren Produkten nach Kräften zu unterstützen. Für sie war dieser Satz ein Schlag ins Kontor. Bleibt zu hoffen, dass ihn keiner der dort Anwesenden als Aufforderung zur Herstellung von Produkten verstanden hat, die eine "absolut falsche" Ernährung unterstützen.
Sonntag, 31. Januar 2010
Das Bild zum Sonntag
Der Winter bleibt
 Burg Nideggen, gesehen am 31. 01. kurz vor Sonnenuntergang aus dem Rurtal bei Abenden
Mittwoch, 27. Januar 2010
Fallobst
Wie die Bundesländer das Schulobstprogramm doch noch zu Fall bringen
Nach einer Meldung der Agentur afp wollen inzwischen neun Bundesländer nicht am EU-Programm zur kostenlosen Verteilung von Obst an Schulen teilnehmen. Da rennt Frau Aigner durch die Gegend und kann nicht oft genug betonen, wie wichtig eine gesunde Ernährung unserer Kinder ist – daran stören sich die Bundesländer nicht. Eines nach dem anderen fallen sie von ihren Zusagen ab – alles Fallobst: Plop - Berlin - platsch - Brandenburg - plop-Bremen - plitsch - Hamburg - platsch - Hessen - plop - MeckPom - plitsch - Niedersachsen - platsch - Sachsen –plop - Schleswig Holstein.
Das ist Politik: Zustimmen (nach langem Hin und Her im Bundesrat) – Hinhalten (Zweifel streuen, ob sich das Programm umsetzen lässt. Es gibt ja so viele bürokratische Hindernisse!) –  Wegducken (unter den Protesten, als die ersten Bundesländern den Ausstieg ankündigten) – Aussitzen (Die Zeit bringt jede Kritik zum Schweigen, und irgendwann ist es dann eh zu spät für die Umsetzung) – Aussteigen.
Wenn es nun schon kein Obst mehr an den Schulen gibt, dann taugt die kleine politische Schmierenkomödie wenigsten als Paradebeispiel für den Politikunterricht: Politik oder die Kunst, Versprechen zu brechen (..schließlich ist eine Zustimmung im Bundesrat durchaus ein Versprechen – oder?)
(Zur Vorgeschichte des Schulobstprogramms siehe hier und hier)
Sonntag, 24. Januar 2010
Gesättigte Fettsäuren: Ein Dogma gerät ins Wanken
Wenn eines in der Ernährungswissenschaft als sicher galt, dann dies: Gesättigte Fettsäure, wie sie in erster Linie in tierischen Fetten (fettes Fleisch, Wurst, Milch, fetthaltige Milchprodukte) vorkommen, sind im Gegensatz zu den einfach- und mehrfach ungesättigten Fettsäuren die "bösen" Fette: Sie verstopfen unsere Arterien und führen zu Herzinfarkt, Schlaganfall und anderen schlimmen Erkrankungen. Dieses Dogma wankt. Meine Kollegin Ulrike Gonder – Oecotrophologin, Publizistin und Expertin beim Thema Fett, schreibt dieser Tage auf Ihrer Website:
„Die große europäische EPIC-Studie fand keinen Zusammenhang zwischen dem Fettverzehr und dem Gewichtsverlauf über die Jahre - weder für gesättigte noch für ungesättigte Fettsäuren. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass ihre Daten die Empfehlung fettarmer Kostformen zur Vorbeugung von Übergewicht NICHT stützen! Zudem ist in der wissenschaftlichen Literatur mehrfach publiziert, dass Milch und fettreiche Milchprodukte das Risiko für Herz- und Hirninfarkt eher senken als erhöhen. In zwei neuen Meta-Analysen werden die gesättigten Fette ebenfalls rehabiliert: Sowohl ein internationales Expertenteam als auch ein Team renommierter Fettexperten aus den USA fand kein erhöhtes Herz- oder Gefäßrisiko mit steigenem Verzehr gesättigter Fettsäuren.“
Der Münchner Ernährungswissenschaftler und Publizist Dr. Nicolai Worm sieht die wissenschaftliche Beweislage ähnlich und meint in seinem neuesten E-Mail newsletter: „Es ist schon erstaunlich: Da werfen anerkannte und höchst einflussreiche Ernährungsforscher im wichtigsten Fachjournal der Ernährungswissenschaft die gesättigte Basis unserer etablierten Ernährungslehre von DGE & Co über Bord - und niemand interessiert sich dafür. Bis heute habe ich keine Meldung und keine Schlagzeile in den deutschen Medien dazu entdeckt.“ Ulrike Gonder fragt sich: „Wo ist die Pressemeldung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung dazu? Wann werden die Ernährungsempfehlungen der Fachgesellschaften revidiert? Diabetiker, Patienten mit Metabolischem Syndrom, Übergewichtige, Krebspatienten - sie alle würden von einer fettliberaleren Kost profitieren.“
Wer sich für das Thema interessiert, findet zum Thema Fett eine sehenswerte Fernsehdokumentation unter dem Titel  "Unser liebster Feind: Das Fett“ auf arte.tv
Sonntag, 17. Januar 2010
Winter in der Eifel
Sonntagsspaziergang bei KallÂ

(ich gestehe: Heute war die weiße Pracht auch in der Eifel schon brauner Matsche gewichen – das Foto ist schon eine Woche alt. Da die schönen Winterfotos aber anscheinend einigen Besuchern Freude bereiten, hier noch eins)
Samstag, 16. Januar 2010
Dick und Doof
Zitat des Tages:
„Für sich genommen sind Übergewicht und Unwissenheit noch keine Menschheitsprobleme. Gefährlich wird es erst, wenn beide zusammenkommen. Dann sind wir Dick und Doof.“
Bernhard Pötter in seiner (ausgesprochen lesenswerten) Kolumne „Rettung der Welt“ in der taz von heute, 16. Januar 2010
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