Die Petersilie hat in unserem Garten einen Quadratmeter – krause und glatte teilen sich den Platz. In diesem Jahr wuchern beide wie selten zuvor – und bei uns kommt kaum ein Essen auf den Tisch, das nicht zu guter Letzt üppig mit Petersilie begrünt würde. Â
Tipp : Während die meisten Kräuter fein geschnitten werden sollten, wird Petersilie gehackt, damit ihre ätherischen Öle den typischen Duft und Geschmack voll entwickeln können. Ich gebe die grob gehackte Petersilie immer erst zum Schluss zu Fleisch-, Gemüse- oder Nudelgerichten und lasse sie dann eine Minute mitziehen. Dann verschmilzt sie schön dunkelgrün mit den Speisen. Â

Dass die Petersilie auch eine Heilpflanze ist, wissen die wenigsten. Sie enthält ätherische Öle, die Nierentätigkeit und Harnausscheidung fördern und wirkt lindernd bei Erkrankungen der Harnwege und Reizblase.  Das Kraut und auch die Wurzeln kommen in der Phytotherapie bei Erkrankungen der ableitenden Harnwege und bei Nierengrieß zum Einsatz. Frisch zerquetschte Petersilie gilt in der Volksheilkunde als Heilmittel gegen Mückenstiche und Geschwüre -  Auszüge aus der Petersilie werden als Mückenschutz und gegen Krätzmilben und Kopfläuse eingesetzt.
Die Petersilie war das Viagra des Mittelalters und galt als das Potenzmittel schlechthin. Eine besonders ausgeprägte Wirkung hat die Petersilie auch auf die Fortpflanzungsorgane der Frauen. Sie fördert die Menstruation, lindert Menstruationsbeschwerden und kann auch bei der Geburt hilfreich zur Seite stehen. Grund ist das ätherische Öl der Petersilie, das die Kontraktion der glatten Muskulatur in Gebärmutter, Darm und Blase anregt. In hohen Dosen sollen Petersilienfrüchte einst in den Apotheken die beliebtesten volkstümlichen Abtreibungsmittel gewesen sein. Allerdings waren bei hoher Dosierung schwere Vergiftungen die Folge, die manchmal  mit dem Leben bezahlt wurden. Auch heute noch ist während der Schwangerschaft eher Zurückhaltung in der Verwendung der Petersilie anbgebracht.