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Mittwoch, 21. Juli 2010
Eis bricht alle Rekorde II oder: Gedanken beim Eiskaffee
Die zweite Eisbrecher-Meldung kommt ebenfalls von BILD: Das Eis bricht in Rekordgeschwindigkeit. BILD fragt: „Klimawandel – Kriegt die Welt schon jetzt das Fieber?“ Klar, bei der Hitze muss die Headline kommen! Dann die Rekordmeldung:
Das Eis in der Arktis, so etwas wie die Klimaanlage der Welt, wird immer dünner und erreichte dieses Jahr ein Rekord-Tief. „Das ist entscheidend, weil das Eis Sonnenstrahlen ins Weltall reflektiert“, sagte CNN-Meteorologe Taylor Ward. „Ohne den normalen Umfang an Eis in der Arktis gelangt mehr Strahlung ins Meer – was dazu führt, dass wieder mehr Eis schmilzt.“
Auch das Eis in meinem Eiskaffee schmilzt in Sekundenschnelle. Ich denke an die große Eisschmelze in der Arktis und hoffe, dass das Eiswasser dort klarer ist als meine schmutzig-braune Eiskaffeebrühe. Ein Klimaexperte in einem anderen Blatt (wo war’s bloß noch – mein Gott, die Hitze) meint: So lange wir leben, wird’s nicht so schlimm. Bis 2050 gibt's im Rheinland schlimmstenfalls Temperaturen wie heutzutage in Norditalien. „Das wird den Schwarzkirschen in unserem Garten gut bekommen, Mon Chérie“, sag ich zu meiner Liebsten. Richtig übel soll es erst 100 Jahre später werden. Na dann lehn ich mich doch nochmal kurz entspannt zurück. „Liebling, machts Du mir noch einen Eiskaffee?“
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Touris besichtigen das letzte Arktiseis. Na ja - hier geht's schon Richtung Antarktis. Um genau zu sein sind wir hier am Perito Moreno.
Dienstag, 20. Juli 2010
Eis bricht alle Rekorde
Rekordumsätze durch Supersommer - Deutschland isst Eis ohne Ende! Das meldet BILD vor ein paar Minuten. Schon kommt der FOCUS hinterher: Deutschland ist heiß auf Eis: Landauf, landab fahren die Eishersteller Sonderschichten. Denn vom Eishunger getrieben plündern die Deutschen Kühltruhen, Kioske und Eiscafés dermaßen, dass eine wahre Bestellungswelle auf die Produzenten zurollt.
Ab 30° im Schatten scheint es keinen Menschen mehr zu stören, ob das Eis ein übles Industrieprodukt ist (siehe vorherigen Blogeintrag), das in geschmolzenem Zustand eine gefärbte, zuckrige, aromatiserte, wässrige oder fettige Chemiesoße ist. Bei den Mengen, die jetzt verzehrt werden (die Hersteller hoffen auf einen Rekordverbrauch von über 8 Litern pro Kopf) sorgt sich der Eisschlecker eher um den reibungslosen Nachschub. Defekte Klimaanlagen im ICE (Sprich: Eisi) sind stundenweise noch erträglich. Leere Truhen durch einen Lieferengpass beim Eis? Heiliger Hitzschlag, das wäre eine Katastrophe! Doch der FOCUS entwarnt: Trotz der Riesennachfrage ist bei allen Herstellern zu hören, dass sie auf der Zutatenseite keine Engpässe haben und auch die Preise der Lieferanten noch nicht steigen. Und bei aller Eis-Euphorie kann der BDSI auch ein Stück weit bremsen: „Beim Pro-Kopf-Verbrauch liegen wir Deutschen im europäischen Vergleich nur im Mittelfeld“, sagt Eisexperte Kammerinke. Erstaunlicherweise führen die Skandinavier.
Schon schmilzt die Panik. Trotzdem brauch ich jetzt ein Eis – am liebsten würde ich mir jetzt einen noggern. Nogger (wer erinnert sich noch)? Gibt’s nicht mehr! Das echte Nogger ist für immer aus! Muss ich mit Magnum vorlieb nehmen. Egal, Hauptsache kalt, Hauptsache Eis.
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Sonntag, 4. Juli 2010
Schnell noch ein Eis
Oder: wie das Eis seinen Charme verlor
Mit Genuss schlürfe ich einen Eiskaffe, blättere entspannt auf der Sonnenliege in alten Zeitungen. Da bleibt mir vor Schauder das leckere Eis im Halse stecken. Anlass ist die aktuelle Schmähung des professionellen Appetitverderbers und Taz-Autors Till Ehrlich. Der hat sich – passend zur Hitzewelle - das Speiseeis für seinen jüngsten Verriss ausgesucht:
"Gefrorenes lässt sich zwar verspeisen, aber man kann es nicht ernsthaft als eine Speise bezeichnen. Die Bestandteile eines industriell hergestellten Eises sind in der Regel so dürftig, das man sie sich bei Zimmertemperatur nich freiwillig einverleiben wollte. In geschmolzenem Zustand ist es eine gefärbte, zuckrige, aromatiserte, wässrige oder fettige Chemiesoße, die schnell Ekel hervorruft.“
Ich lerne: Eis ist eklig – und außerdem sind Leute, die Eis mögen, doof: „Das Lecken und Schlecken von knallbuntem Eisbrei scheint primär orale und kindliche Bedürfnisse zu befriedigen.“ Als Alternative empfiehlt Herr Ehrlich Sorbets und Parfaits, was ja gar nicht so verkehrt ist. Nur den Schlusssatz hätte er besser im ewigen Eis gelassen: „Dabei hat etwa ein Erdbeerparfait den zeitlosen Charme, dass es am besten schmeckt, wenn man es selbst macht.“ Was hat der gute Mann denn in diesem Satz alles verwurschtelt? Der hat bei den Recherchen wohl zu viel fettige Chemiesoße verkostet und der knallbunte Eisbrei ist ihm zu Kopf gestiegen. Beim Forschen nach dem Satz-Sinn stellen sich mir doch glatt die Charme-Haare zu Berge.
Ich lerne aus der Geschichte: Ist das Eis in meinem Eiskaffee erst einmal geschmolzen, hat es jeden Charme verloren und mutiert zur ekligen Chemiesoße. Da ist doch die einzig sinnvolle Konsequenz: Möglichst schnell runter damit. Aaaah – lecker, lecker, lecker!
(Leider kommt man an die Artikel des TAZ-Archivs nur noch gegen Bezahlung ran. Dort findet man die Geschichte in der Ausgabe vom 26./27. Juni unter dem Titel „Schnee im Mund“)
Donnerstag, 23. Juli 2009
Kaffee und Genuss
Gerade informiert mich der Kaffeeverband via E-Mail über das „Krisengetränk Kaffee“
Kaffee bleibt auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Deutschlands Lieblingsgetränk. Im vergangenen Jahr haben die Bundesbürger durchschnittlich pro Kopf 148 Liter Kaffee getrunken. Seit Jahren steigt der Kaffeekonsum stetig und hat sich seit dem Jahr 2005 um vier Liter pro Bürger gesteigert. Der Absatz von Wasser und Bier dagegen ging im vergangenen Jahr zurück. Der Verband Deutscher Mineralbrunnen weist den Wasserkonsum für das Jahr 2008 mit 133,8 Litern pro Kopf aus. Der Konsum von Bier blieb laut Angaben des Brauer-Bundes im Jahr 2008 bei durchschnittlich 111,1 Litern. "Deutschland ist ein Kaffeeland", so Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes   "Auch in Zeiten der Wirtschaftskrise setzen die Deutschen ganz bewusst auf Genuss und sparen nicht beim Kaffee."
Wohl bekomms meint: Natürlich setzen die Deutschen in Zeiten der Krise nicht „ganz bewusst auf Genuss“. Das haben sie schließlich noch nie getan. Das tun sie auch in der Krise nicht – man schaue sich nur die sinkenden Lebensmittelpreise und die weiter sinkenden Ausgaben der Haushalte für die Ernährung an. Und natürlich sparen sie auch beim Kaffee – schließlich sind sie bei den Ausgaben für Lebensmittel insgesamt Sparweltmeister. Aber: Kurzarbeiter, Arbeitslose oder Beschäftigte mit geringerem Arbeitsdruck haben in der Krise vielleicht einfach mehr Zeit für ein Schwätzchen bei einer gemütlichen Tasse Kaffee. Wenn das dem Kaffeekonsum auf die Sprünge hilft, soll’s recht sein.
Montag, 1. September 2008
Kann man Glück essen?
Heute ruft mich eine TV-Redakteurin an, die für einen Beitrag zum Thema "Glück" recherchiert und in einem Einspieler die Themen Essen und Glück zusammen bringen möchte. Sie stellt die Fragen, die man wohl stellen muss, wenn es um einen Magazinbeitrag für einen Privatsender geht: „Können Sie mir Gerichte nennen, die glücklich machen? Ist dieses Glück eventuell messbar?“
Gerichte, die mich glücklich machen, kann ich ihr viele nennen - voran die ganz einfachen: Eine gute, feste Pellkartoffeln mit einem Schuss fruchtigem Olivenöl und einer Prise Salz. Das macht mich glücklich. Gerichte, die grundsätzlich und jeden glücklich machen? Da wird’s schon schwierig. Es gibt Lebensmittel, die eher anregen und solche, die eher beruhigen und so unseren seelischen Zustand beeinflussen. Mit Glück hat das jedoch wenig zu tun. Essen macht satt, und Sattheit verschafft oft eine gewisse Zufriedenheit. Glück ist anders. Schließlich geht die satte Zufriedenheit schnell in Trägheit über, und die erdrückt schon mal das Glück. Und: Nein, messen lässt es sich schon gar nicht, das Glück, das auf dem Teller liegt. Und das ist gut so und wird auch hoffentlich so bleiben.
Und welches Gericht macht Dich glücklich? Ich bin gespannt auf Eure Glücksrezepte!
... übrigens, bevor ich's vergesse: Glück kann man doch essen - und zwar hier:
 
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Donnerstag, 21. August 2008
Gartenglück II: Himbeeren
Anfang August hat unsere Himbeerhecke zum zweiten Mal geblüht, und jetzt gibt es noch mal eine wahre Himbeerschwemme. Die kleinen Roten krönen jeden Morgen unseren Obstsalat und heute abend furften sie auch noch ins Dessert. Wussten Sie, dass reife Mango und Himbeere geschmacklich wunderbar harmonieren? Die pure Frucht auf einem Teller servieren – vielleicht noch ein Bällchen Vanilleeis dazu, und der Abend ist gerettet.
Die Himbeere gehört übrigens zu den ältesten Heilpflanzen in Europa und Vorderasien. Das süße Früchtchen hat es ganz schön in sich: Es liefert unter anderem Kalium, Eisen, Magnesium Phosphor – alles Mineralstoffe, die den Stoffwechsel „anfeuern“ und für einen reibungslosen Ablauf der Muskel-, Nerven- und Gehirnfunktionen beitragen. Frische Himbeeren mit ihren vielen aktiven Säuren, ihrem Pektin und den Gerbstoffen helfen der Leber bei ihrer Entgiftungsarbeit und wirken fiebersenkend. Die Kernchen lassen die Verdauung flutschen, die Farbstoffe festigen die feinsten Blutgefäße.
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