Aktuelle Einträge
Tim Raue: Großer Koch mit kleinen Sünden
Jugendliche & Alkohol: Verbote bringen gar nichts
Im Sommerloch: Ungeheuerliche Verdauungsstörung
Eis bricht alle Rekorde II oder: Gedanken beim Eiskaffee
Eis bricht alle Rekorde
Schnell noch ein Eis
Grillen und gegrillt werden
Mehr Zeit für die Gesundheit?
Glücklich und gesund – mit Schlauchmagen und Magenballon
Kategorien
- "Feinkost"
- Öko, Bio & Co.
- Dick & dünn
- Ernährungsberatung
- Ernährungserziehung
- Ernährungsindustrie
- Ernährungspolitik
- Ernährungswissenschaft
- Besser essen - gesünder leben
- Fast Food - Slow Food
- Fit durch Fasten
- Food & Fußball
- Food & Fun
- Genuss
- Haushalt & Konsum
- Lesefutter
- Reisen und Speisen
- Rezepte & Tipps
- Wasser&Wein
- Welternährung
Kalender
|
|
September '10 |
|
||||
| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | ||
| 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 | 30 | |||
Über diesen Weblog
Samstag, 23. Dezember 2006
Last-Minute Geschenktipp für Genießer
Gutschein fürs Rheingau Gourmet-Festival
Immer noch kein Geschenk für die Liebste / den Liebsten? Schock, schwere Not! Aber noch gibt es ja Last-Minute-Möglichkeiten, für die man sich nicht mal mehr in den unerträglichen Trubel stürzen muss.
Wenn keine Zeit mehr bleibt und Dir gar nichts mehr einfällt, kann es immer noch ein Gutschein sein. Und für dessen Inhalt hat wohl-bekomms eine gute Idee – zumindest für den Fall, dass der/die Beschenkte den leiblichen Genüssen des guten Essens und Trinkens zugetan ist – ganz abgesehen, dass sich der Schenkende damit auch eine Freude machen kann, denn wer will schon alleine gut essen gehen.
 Gerade rechtzeitig vor Weihnachten ist druckfrisch das neue Programm des kommenden Rheingau Gourmet-Festivals erschienen. Das hochkarätige Festival findet zwischen dem 1. und 13. März statt und bietet insgesamt 40 Top-Veranstaltungen, deren Ankündigungstexte einem alleine schon das Wasser im Mund zusammenfließen lassen. Traditionell finden die meisten der Veranstaltungen im Spitzenrestaurant des Hattenheimer Hotels Kronenschlösschen statt.
Den Veranstaltern gelingt es immer wieder, die besten Köche in den Rheingau zu bringen. Die Themenveranstaltungen werden zudem fachkundig und trotzdem locker von Experten kommentiert. Ich hatte bereits die Freude, an Veranstaltungen des Festivals teilzunehmen – und kann es nur empfehlen! Natürlich ist es kein billiges Vergnügen – aber das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Mir persönlich würde im neuen Programm besonders gefallen:Â

Â
"Last-Minute Geschenktipp für Genießer" vollständig lesen
Montag, 11. Dezember 2006
Tim Raue: Feine Küche – schlechter Geschmack
Gestern Abend im Vorübergehen auf RTL gesehen: Ein Magazinbeitrag über Tim Raue, Berliner Starkoch aus dem Restaurant „44“ und vor kurzem vom Restaurantführer „Gault Millau“ zum „Koch des Jahres 2007“ gekürt. - Für einen meiner nächsten Berlin-Besuch war ein Abstecher ins Restaurant „44“ im Swissotel gedanklich schon fest eingeplant – jetzt kommen wir da Zweifel. Während Raue im Restaurant die Gäste hofiert und feine Küche serviert, wird hinter den Kulissen grob gepöbelt. Die Küche eines Top-Restaurants ist kein Streichelzoo. Am Herd herrscht Hochdruck - ein Dauerstress, der nur mit klaren Ansagen zu beherrschen ist. Dazu braucht es allerdings keine Gossensprache.
 Im „44“ scheißt der Chef seine Leute in einem Ton zusammen, der jeden Stil vermissen lässt. Hier lässt der gehätschelte Jungstar mit dem Image des Aufsteigerkindes aus dem Berliner Hinterhof so richtig die Sau raus. Wenn Raue z.B. wie ein brünftiger Gorilla brüllt „Schafft den verfickten Wolfsbarsch hier raus“, passt der Ton irgendwie nicht mehr so ganz zur feinen Küche. Ganz echt wirkt die Szene allerdings nicht – und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren: Hier kokettiert einer mit dem Ghettokind-Image, weil er damit rechnet, dass die neue Berliner Schickeria das sogar noch besonders goutiert.
 Wohl-bekomms meint: Nach mehreren kurzen Berlin-Trips in den letzten Monaten scheint mir: Ein gewisser Gossen-Schick ist dort momentan ausgesprochen „in“, und wer sich’s leisten kann, schmückt sich damit. Das macht auch vor der feinen Küche nicht halt. Das aufgesetzte Image vom Berliner Proll passt vielleicht gerade noch zu Raues „Schweinebauch mit Teltower Rübchen“. Ich allerdings möchte in gar keinem Fall einen „verfickten Wolfsbarsch“ auf dem Tisch. Das verschlägt mir doch eher den Appetit und – wie ich denke – manch anderem kultivierten Gast auch. Ich finde derartige Auftritte weder lässig noch lustig – sondern einfach nur geschmacklos. Â
Noch ein bisschen Hintergrund zu Tim Raue: Als „Koch des Jahres“ kürte der Gault Millau den 32jährigen Tim Raue vom Restaurant „44“ in Berlin.
"Tim Raue: Feine Küche – schlechter Geschmack" vollständig lesen
Freitag, 23. Juni 2006
Sind die Deutschen zu geizig zum Genießen?
Wer hätte das gedacht: Die Deutschen können richtig feiern und guter Laune sein. Das geht hoffentlich nach der WM-Dauerdemonstration deutscher Fröhlichkeit und Partylaune noch ein bisschen weiter. Rettet möglichst viel davon in den Rest des Sommers nach der WM hinüber! Was noch fehlt, sind echte Genießerqualitäten. Das spürt man z.B. auch beim Lesen eines höchst interessanten Interviews des Kölner Stadt-Anzeigers (erschienen am letzten Samstag im "Magazin") mit den Sterne-Köchen Dieter Müller und Joachim Wissler. Hier Auszüge:
KSTA: Mittlerweile sind Spitzenköche auch Stars. Beinahe eine Art Popstar.
 Wissler: Wir sind keine Popstars, finden bei unserer Arbeit aber öffentliche Aufmerksamkeit. Und das ist auch wichtig. Wir kochen für spezielle Gäste, für Genussmenschen, die sich mit einem Besuch bei uns selbst belohnen. Wir wollen auch die Jüngeren erreichen, die zwischen 35 und 45. Denn wir müssen unsere Gästestruktur auffrischen und verjüngen. Wir sind diejenigen, die die Esskultur in Deutschland mitprägen.
KSTA: In Frankreich gehen auch Menschen in Spitzenrestaurants, die nicht zu den Wohlhabenden zählen. Warum ist das bei uns so anders?
Wissler: Da ist unsere Mentalität, dieses strenge, disziplinierte, preußische. Was uns Deutschen oft als Vorzug oder Stärke nachgesagt wird, hat ja auch eine andere Seite. Die Franzosen bringen schon mehr Lebensfreude mit, sind offener, genießen, leben mehr in den Tag hinein. Sie sagen: Ich will jetzt leben. Noch immer sind wir dadurch geprägt, dass wir den Krieg verloren haben: Für die Generationen, die unser Land aufgebaut haben, war es wichtiger satt zu werden. Wir hatten einiges zu kompensieren. Aber ich will nicht nur für Menschen mit einem gehobenen Jahreseinkommen kochen, sondern will Menschen für Lebensfreude gewinnen. Wenn ich die Worte „Gourmet“ oder „Luxusrestaurant“ höre, kriege ich schon zu viel.
KSTA:Â Sind Sie zuversichtlich, wenn Sie in die Zukunft schauen?
 Müller: Zweckoptimistisch. Es wird nicht leichter werden, neue Gäste zu gewinnen.
 Wissler: Es gibt auch bei uns Tage, wo wir mittags nur vier Tische besetzt haben. Das passiert in Deutschland auch in allen anderen Drei-Sterne-Restaurants. Da müssen wir ehrlich sein. Ich stelle folgende Rechnung auf: Unser Land hat 82 Millionen Einwohner. Und vielleicht 350 Restaurantplätze in Drei-Sterne-Restaurants. Wir schaffen es nicht, diese Plätze an fünf Tagen der Woche zu füllen. Liegt das an unserer Arbeit oder an der Bevölkerung? Wohl an beidem.
Müller:  Die Preise in den Drei-Sterne-Restaurants Frankreichs und Großbritanniens liegen immer höher, oft doppelt so hoch. Eigentlich sind unsere Preise tägliche Sonderangebote. Was wir verlangen ist das Minimalste. Wenn wir unsere Menüs mittags verschenken, würden wir dennoch keinen einzigen Gast mehr gewinnen.
KSTA: Herr Wissler, warum soll jemand bei Herrn Müller essen?
Wissler: Weil er dort so viel über Essen und Trinken erfährt. Sein sensationelles Amuse-bouche-Menü enthält zwanzig verschiedene Gerichte. Das ist wie ein Geschenk, das man annehmen muss.
KSTA: Und warum sollte jemand bei Herrn Wissler essen?
 Müller:  Wegen seiner Liebe zum Modernen, seiner Perfektion mit all ihren vielen Details. Das ist höchster Genuss.



