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Freitag, 27. November 2009
Essen wir zu viel Salz?
Wenn zwei sich streiten, hat keiner wirklich recht: Pollmer und Mälzer diskutieren über Salz
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Polter-Pollmer pöbelte Mampf-Mälzer wie einen Schulbub lautstark an: „Woher wisssen Sie denn, dass wir zu viel Salz esssen? Ich bittte Sie! Da kommen laufend Behauptungen, für die es keine Daten gibt“. Armer Timi, hat’s doch nur gut gemeint. Hat gesagt: „Wir essen einfach zu viel Salz und das stimmt definitiv. Wir nehmen definitiv zu viel Salz auf, weil wir zu viel Convenience zu uns nehmen.“  Pollmer hält dagegen: „Die Empfehlung, sich salzarm zu ernähren ist nicht sinnvoll“ und zitiert zahlreiche Todesfällen durch Salzmangel. Das war Mittwoch abend bei hart aber fair. Es sollte um Deutschlands Dicke gehen, geredet wurde aber ständig über Salz. Na, was denn nun? Essen wir zu viel oder zu wenig Salz?
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Donnerstag, 26. November 2009
Ein Fernsehabend: Hart, aber nicht fair.
„Warum wir Europas Moppel Könige sind?“ - Frank Plasberg fragt – Alle schwatzen - Keiner gibt eine Antwort.
Was für ein heilloses Durcheinander! Eigentlich sollte ich kein Wort mehr über diese Sendung verlieren. Schließlich hat schon das Zuschaun furchtbar weh getan. „Sterneküche im Fernsehen, Pizza auf dem Schoß: Warum wir Europas Moppel-Könige sind.“ hieß das Thema gestern abend  bei 'hart aber fair'. Tim Mälzer, genervt von der konfusen Runde, brachte es gegen Ende der kakophonischen Veranstaltung auf den Punkt: „Die Experten, die hier sitzen, sind Extrembeispiele: Der Asket (SPD-Gesundheitsprofessor Karl Lauterbach); Miss Kaviar – ihr Hauptproblem: wie halte ich eine Dose offenen Kaviar frisch (Feinschmecker-Chefredakteurin Madeleine Jakits), der Dampfplauderer (Mälzer himself), und der Wissenschaftler, der sich’s so lustig hinlegt, wie er es gerne hätte (Udo Pollmer).“  Über das Thema der Sendung – der Deutschen Übergewicht – wurde dabei nur am Rande diskutiert. Amüsant war allenfalls, wie das Urvieh Pollmer den Besserwisser Lauterbach das Fürchten lehrte. Pollmer feuerte grosskalibrig ganze Salven von Studien ab – und hinterlies den sonst nie um einen Kommentar verlegenen Schlaumeier und Grillexperten mehrmals sprachlos. Lieber Udo, das haben noch nicht viele vor Dir geschafft!
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Mittwoch, 18. Juni 2008
Nanotechnologie in Lebensmitteln
Wissen Sie, was Nanotechnologie ist, welche Veränderungen sie vermutlich für uns alle bringen wird und was sie mit der Produktion von Lebensmitteln zu tun hat? Wenn Ihr Wissen dazu noch bescheiden ist, Sie aber trotzdem brennend interessiert sind, dann empfehle ich als brandaktuelle Lektüre den neuen EU.L.E.N-Spiegel aus Udo Polmers Europäischem Institut für Lebensmittelwissenschaft.
Pollmer und seine Mitautoren liefern hier eine übersichtliche, durchaus verständliche Einführung und Erklärung und zudem die gewohnt kritische Bewertung des Themas, die in diesem Falle mehr als angebracht und keinesfalls übertrieben ist. Dafür großes Lob an Pollmer & Co! Wie üblich liegt der aktuelle EU.L.E.N-Spiegel nur als Printausgabe vor.
Bestelladresse des Heftes : Europäisches Institut für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften (EU.L.§.) e.V., z.Hd. Jutta Muth, Heinrich Hesse Str. 9, 35108 Rennertshausen. E-Mail jmuth@das-eule.de Website: www.das-eule.de
Preis: Erfragen unter 06452-7624 (EULE-Mitglieder – zu denen ich gehöre – erhalten das Heft kostenfrei)
Freitag, 31. August 2007
Was um Himmels willen ist ein Coctivor?
Der Mensch ist ein Coctivor* – er isst Gekochtes
Wohl bekomms zeigte kürzlich den Carnivoren (Fleischfresser) und die Folgen seiner Ernährungsweise. Doch was um Himmels willen ist ein Coctivor? Udo Pollmer und Jutta Muth vertreten im neuen Eulenspiegel (nur in der Printversion verfügbar) die These, der Mensch sei naturgemäß weder Fleisch- noch Pflanzen- oder Allesfresser, sondern Coctivor – ein Wesen also, das Gekochtes isst.
 Die These nimt mit einem Schlag all jenen den Wind aus den Segeln, die sich seit Jahren darüber streiten, ob der Mensch denn nun Fleisch- oder Pflanzenfresser sei und die damit meist ihre jeweilige Ernährungsideologie (z.B. Vegetarismus) belegen wollen. Der Coctivorismus ist demnach einfach nur die logische Folge der menschlichen Evolution. Dabei führen Muth und Pollmer durchaus plausible Argumente ins Feld:
-         Die menschliche Anatomie bezeugt eine biologische Evolution parallel zur Entwicklung von Küchentechniken. Seinem Gastrointestinaltrakt genügen 60% jenes Volumens, das für einen Primaten gleicher Größe zu erwarten wäre. Dadurch ist der Verdauungstrakt ideal an jene aufbereitete, gekochte Kost angepasst, die der Mensch seit Jahrtausenden zu sich nimmt.
-         Die vorverarbeitete Nahrung braucht der Mensch insbesondere, um sein – im Vergleich zu den anderen Primaten – energiezehrendes Gehirn zu versorgen.
-         Der Homo sapiens verfolgt mit der bearbeiteten Kost drei Ziele: Die Erhöhung des Gehaltes an leicht verdaulichen Nährstoffen, die Verminderung des Ballaststoffgehaltes und die Entgiftung sekundärer Pflanzeninhaltsstoffe.
 Schlussfolgerung der Autoren: Entweder passt sich ein Lebewesen an seine Nahrung an oder es sucht nach Wegen, seinen Verdauungstrakt zu entlasten. Der mensch hat sich in seiner Evolution für Letzteres entschieden und war damit erfolgreich.
 Wohl-bekomms meint: Der neue Eulenspiegel bringt interessante Hintergrundinfos mit vielen anschaulichen Beispielen rund um die Frage, was für ein Fresswesen der Mensch denn nun ist. Damit liefert er Erhellendes für jeden, der sich in dieser Diskussion eine Meinung bilden möchte. Hier hat die Pollmer-Truppe wieder einmal ein lesenswertes Heft zustande gebracht.
*von lat. coctum = gekocht, das Gekochte. Coquere = kochen, sieden, backen, braten. Coqus = der Koch.
Der EU.L.E.nspiegel (Wissenschaftlicher Informationsdienst des Europäischen Institutes für lebensmittel- und Ernährungswissenschaften (EU.L.E.) e.V. kann bestellt werden unter www.das-eule.de oder bei: Eu.L.E. e.B., Treffauerstr. 30, 81373 München.
Mittwoch, 9. Mai 2007
Dicke Kakophonie bei Maischberger: Punktsieg für Pollmer
Mitten im Gezänk der anderen Talker überkam es den entgeisterten Ex-Landwirtschaftsminister Funke wie eine plötzliche Erleuchtung: „Wir unterhalten uns hier doch nur über Banalitäten!“ Er hätte es treffender nicht ausdrücken können. Maischbergers Talkrunde zum Thema „Dick oder dünn –Glaubenskrieg ums Essen“ war eine einzige Kakophonie – völlig ungenießbare Kost. Ein heilloses Durcheinander aneinander und am Thema vorbei redender Menschen. Schlimmer geht’s nimmer – es sei denn, Beckmann greift das Thema noch mal auf. Punktsieger der Sendung war Udo Pollmer, der seine Ansichten mit gewohnt bajuwarischer Unerschütterlichkeit vortrug. Ein verbissener und unsicher argumentierender Frädrich rannte gegen das lebensmittelwissenschaftliche Urgestein Pollmer an wie der Ziegenbock gegen den Elefanten. „Da möchte ich sie jetzt mal ein bissel kritisieren.“ Mit einem „bissel“ Kritik kommt man gegen einen Udo Pollmer nicht an. Wer ihn aushebeln will, muss sich schon die Mühe machen, seine Bücher genau zu lesen und systematisch Position gegen seine Argumente beziehen. Das aber gelang dem flatterigen Dr. Frädrich nicht einmal ansatzweise. Wer Pollmer lautstark und nervig dazwischenquatscht, entkräftet noch lange nicht seine Argumente. Da hatte einer den festen Vorsatz, sich nicht von Pollmer klein kriegen zu lassen – und ist daran gescheitert.
Frädrichs nassforsche Sprüche, die beim Ausräumen der Kühlschränke von dicken Underdogs noch Wirkung zeigen („Mit diesem Essen bringen Sie Ihre Kinder um.“), hielten der Diskussionsrunde nicht stand. Hier zeigte Sandra Maischberger, die zeitweise muttermilde lächelnd wie eine Statistin in der Runde saß, wenigstens einmal ihren früheren Biss. Sie fixierte Frädrich mit der Frage, mit welchen Lebensmitteln man seine Kinder denn nun wirklich umbringe. Der wechselte spätestens da von der Position des lautstark bellenden Angreifers (leider hat er nur gebellt, nicht gebissen!) in die des kleinlauten Verteidigers – was Udo Pollmer mit sichtlichem Genuss verfolgte. So konnte Pollmer den Klitschko geben, indem er Frädrich ein paar Studien wie eine Serie rechter Haken um die Ohren schlug. Ergebnis: perfekter technischer K.o., denn von Ernährungsforschung versteht Frädrich wirklich nichts. Herr Funke war übrigens in der Diskussion fast so fehl am Platz wie die militante Vegetarierin und Tierschützerin, die ihren Kurzvortrag über lesende Fische und Hühner mit der Intelligenz zweijähriger Kinder zum Besten gab – was Herrn Funke fast aus der Fassung und Pollmer zum Schmunzeln brachte. Mit dem Thema der Sendung hatte es allerdings herzlich wenig zu tun. Insgesamt ein dickes Desaster – eine Sendung, die man sofort getrost vergessen kann
Sonntag, 1. April 2007
1. April - Höchste Zeit für den Frühjahrsputz!
oder: Putzen ist die beste Therapie
In einer Woche ist Ostern. Ein Anlass, mich speziell an meine Leserinnen zu wenden:
Liebe 'Wohl-bekomms' Leserin, haben Sie schon den Oster- bzw. Frühjahrsputz hinter sich gebracht? Falls nicht, gibt es jetzt eine gute Nachricht – gefunden in Udo Pollmers neuem EU.L.E.N-Spiegel (leider nur in der Print-Version 1/2007), die Ihre Motivation dazu ins Grenzenlose steigern wird.
„Putzen schützt vor Brustkrebs, so das Ergebnis einer neuen Studie, zu der Dutzende von Forschungseinrichtungen aus aller Welt ihre intellektuellen Beiträge geleistet haben wollen. Aus dem Datenbestand von über 200 000 Frauen, die durchschnittlich gut sechs Jahre beobachtet wurden, ergab sich zunächst, dass mit zunehmender körperlicher Aktivität das Brustkrebsrisiko ein klein wenig sinkt. Eine detailliertere Analyse der Aktivitäten bescheinigte Sport, Bewegung, im Beruf, Treppensteigen, Gartenarbeit und was derzeit sonst noch alles an „gesunden“ Alltagsbewegungen empfohlen wird, völlige Wirkungslosigkeit. Signifikanz erreichte einzig und allein die Zeit, die die Hausarbeit in Anspruch nimmt – egal, ob diese von jungen oder älteren Damen getätigt wurde.
Leider verzichteten die Autoren darauf, die Art der Hausarbeit weiter zu analysieren. Wer weiß, vielleicht ist am Ende gar nicht – wie Pressemeldungen nahe legen – das hingebungsvolle Putzen für den beobachteten Effekt verantwortlich, sondern das Kochen. Oder statt der flinken Bewegung der Finger beim Kartoffelschälen eher der ungestörte Aufenthalt in den eigenen vier Wänden. Oder ist es letztlich die unbeschreibliche Freude, dem Gatten eine Flasche Bier aus dem Keller holen zu dürfen?“
Wohl bekomms meint: Die Meldung im EU.L.E.N-Spiegel ist kein Aprilscherz, sondern beruht auf einer Studie von Lahmann et al: "Physical activity an breast cancer risk", veröffentlicht in Cancer Epidemiology, Biomarkers and Prevention 2007/16/S. 36-42. Wohl bekomms meint darüber hinaus (allerdings nicht so ganz ernst): Man sollte Forschungsergebnisse auch einmal unwidersprochen akzeptieren. Denn Hausputz schützt nicht nur vor Krebs, sondern steigert die Fitness ganz allgemein. Dazu empfehle ich nochmals den vor Jahresfrist vorgestellten bahnbrechenden Ratgeber „Feg dich fit – Effektiv trainieren bei der Hausarbeit“. Das Büchlein beruht auf folgender Grundidee: „Ab sofort brauchen Sie nicht mehr zwischen Fegen und Fitness zu entscheiden. Wenn Sie es richtig anstellen, werden Sie während des Kochens, Fensterputzens oder Bügelns topfit. Werten Sie lästige Routinearbeit durch effektive Muskelübungen auf“ – so der frohe, absolut ernst gemeinte Einstieg der Autorin in den Putz-Workout. Empfehlung: Sofort bestellen und mit dem Frühjahrsputz beginnen - gegen Krebs und allgemeinen körperlichen Verfall. Wer nun immer noch nicht mit dem Frühjahrsputz anfangen will, der lese hier nach, dass z.B. die Mehrzahl der britischen Frauen Hausarbeit als eine Art Therapie empfindet. Also, Mädels: Nehmt Euch ein Beispiel an den fleißigen Engländerinnen!
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